DemoDomo
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18:42 - Sonntag, 21 März 2010
Baukosten PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Sonntag, 26 Oktober 2008

 

Das 100.000 € Haus

 

100.000 € Baukosten für ein individuell geplantes und massiv gebautes Energiesparhaus ESH60 (weniger als 60 kWh/m²a) mit 200 m² Wohnfläche waren die Vorgabe für das DemoDomo-Bauprojekt.

 

Eine anspruchsvolle Zielvorgabe, die von der Mehrzahl der beteiligten Unternehmen als unrealistisch eingestuft wurde! Deren Baukostenschätzungen lagen mit 180.000 € bis 300.000 € weit über dieser Vorgabe!

 

Der enge Budgetrahmen konnte erfreulicherweise  sogar noch unterschritten werden (siehe Kostenaufstellung). Auch der Jahres-Primärenergieverbrauch des DemoDomo liegt nach neuen Bewertungsverfahren für Pelletheizungen unter 20 kWh/m²a! Wir führen die geringen Baukosten u. a. auf folgende Maßnahmen zurück:

 

  • Vorsehen und Nutzen einer längeren Planungszeit (12 Monate)

 

  • frühzeitige Einbindung von Handwerkerfirmen und Produktherstellern

 

  • mehrmalige Kostenreduzierungsgespräche und Festlegung sinnvoller Eigenleistungspotentiale

 

  • eigener Materialeinkauf bei höheren Auftragssummen

 

  • Auftragsvergabe in den frühen Wintermonaten (!) und Durchführung von Vertragsverhandlungen

 

  • Fortführung einer projektbegleitenden Kostenkontrolle als auch

 

 

 


Was hat es letztendlich gekostet?

 

Die Gesamtinvestition für den Bau des DemoDomo belief sich ohne Lüftungsanlage auf 94000 € 1)!

 

Durch die o. g. Maßnahmen konnten bereits die Kosten des wetterfesten Rohbaus auf ca. 50.000 € reduziert werden! Somit standen für die restlichen Gewerke wie Gebäudetechnik und Innenausbau noch die Hälfte des ursprünglichen Budgets zur Verfügung!

 

1) Unberücksichtigt blieben die Kosten sämtlicher Außenanlagen (Garage, Carport, Garten, Befestigungen von Stellflächen und Gehwegen), Eigenleistungen und Hausanschlüsse als auch die für dieses Projekt von diversen Firmen eingeräumten Sonderkonditionen.

 

Mit den verbleibenden Mitteln konnten zusätzliche, den Energiebedarf reduzierende Maßnahmen finanziert werden. Auf Grund des ermittelten Energiebedarfs entschieden wir uns für den Einbau einer kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

 

Die Einhaltung des Budgets erforderte auch keineswegs Einsparungen an der Ausstattungsqualität. So wurden hochwertige Fußbodenmaterialien wie großflächige Granitplatten auf dem Eingangspodest, geölter Bucheparkett und italienisches Feinsteinzeug mit Mehrkosten von 5000 € verarbeitet. Auch wurden Baustoffe und Komponenten von namhaften und führenden Markenherstellern verwendet.

 

 


Oder doch lieber ein Bausatzhaus?

 

Vergleichsangebote verschiedener Anbieter von Selbstbauhäusern in Massivbauweise lagen weit über unseren Vorstellungen mit Angeboten zwischen 75.000 und 150.000 € für den wetterfesten Rohbau alleine!

 

Anzumerken ist auch, dass die Selbstbauhäuser mehr an Eigenleistung erfordert hätten, z.B. für das Abstützen und Betonieren der Filigranelementdecken bzw. Ringankerverguss der teuren Fertigelementdecken, als dies in unserem Falle notwendig war.

 


Wert der Immobilie und Fazit

 

Der Wert der Immobile dürfte langfristig von der installierten Anlagentechnik und den daraus resultierenden geringen Unterhaltskosten (Energiepass), als auch durch die individuell veränderbare Wohnraumnutzung und -Aufteilung profitieren. 

 

Ein von der finanzierenden Bank in Auftrag gegebenen Wertgutachten stellte den Wert der Immobile mit 600.000 € fest. Davon entfallen ca. 185.000 € auf das erschlossene Grundstück! Damit liegt der Immobilienwert höher als der im IVD-Wohnimmobilienpreisspiegels von 2005 angegeben Immobilienwert (Seite 22), welches für ein freistehendes Einfamilienhaus in Ingolstadt mit sehr gutem Wohnwert von ca. 200 m² einschließlich Garage und ortsüblicher Grundstücksgröße mit 500.000 € veranschlagt. Die Differenz ist größtenteils auf die hochwertige und umfassende Gebäudeausstattung zurückzuführen!

 

Der Einsatz von Eigenleistungen in der Planung, Beschaffung und Ausführung ist bekanntlich die effektivste Maßnahme, um die Gesamtkosten spürbar zu senken. Das enorme Einsparungspotential verwundert keineswegs wenn man bedenkt, dass die Arbeitsstunde für Handwerker mit 40 - 55 € zu Buche schlägt und von 100.000 € Bruttorechnungsbetrag eines Unternehmers für Arbeitsleistung der ausführende Handwerker letztendlich weniger als 20.000 € netto erhält. Die Differenz verschlingen Mehrwerststeuer, Unternehmensführungskosten und -Gewinn, Personalnebenkosten, Einkommenssteuer und Sozialabgaben!

 


 

 

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